Die Neugestaltung der Innenstadt verleiht Freising nicht nur eine frischere und modernere Optik, sondern auch eine grünere: Durch eine reiche innerstädtische Vegetation wird die Lebensqualität der Bürger*innen gesteigert - und dem Klimawandel entgegengewirkt.

Unsere Stadt profitiert auf unterschiedlichste Weise von innerstädtischer Vegetation. Sie wertet mit ihrem blühenden Grün unsere Straßen auf, hilft bei der Orientierung und verstärkt die Identität von Orten. An heißen Tagen spendet sie Schatten und kühlt unsere Stadträume. Sie bindet Staub, Schadstoffe und Kohlendioxid.

Unsere Bäume erbringen dementsprechend wichtige Ökosystemdienstleistungen, wenngleich unsere Städte einen widernatürlichen Lebensraum für Pflanzen und insbesondere für Bäume darstellen. Im Vergleich zu früheren Jahren ist unsere Innenstadt schon deutlich grüner geworden. Insbesondere im Rahmen des Klimaanpassungskonzeptes KLAPS 50 ist es nun von großer Relevanz, das bestehende innerstädtische Grün zu erhalten und zu fördern, um die klimaökologische Situation in Freising langfristig weiter zu verbessern.

Nicht nur Bäume erfüllen wichtige Funktionen in unserem Ökosystem. Auch Sträucher, Stauden, Blumenarrangements in Kübeln und Töpfen, Fassaden- und Dachbegrünungen helfen, die Stadt zu schmücken, zu beleben und verschiedenen Lebewesen Nahrung und Versteck zu bieten.

Im Zuge der Neugestaltung der Freisinger Innenstadt werden verschiedene Bausteine verwirklicht, um das Grün in der Innenstadt qualitativ und quantitativ zu verbessern und somit die Innenstadt attraktiver zu gestalten, die Aufenthaltsqualität unserer Stadt zu erhöhen und einen Beitrag zur Resilienz in Bezug auf die Auswirkungen des Klimawandels zu leisten.

Flyer mit allen wichtigen Informationen

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Baumpflanzungen an vielen Standorten

Ein, wenn nicht der wichtigste Baustein, sind der Erhalt von Bestandsbäumen und die Neupflanzung von Stadtbäumen im Bereich der Hauptstraße und angrenzenden Nebengassen. Bei den Neupflanzungen wird ein besonderes Augenmerk auf ausreichendes durchwurzelbares Substratvolumen gelegt, um den Bäumen bestmögliche und dauerhafte Wachstumsbedingungen zu geben. Hierfür werden bei den neuen Baumstandorten großzügige Baumquartiere geschaffen. Der Bereich, der weitestgehend frei von Spartenleitungen ist und mit einem Spezialsubstrat verfüllt wird, ist standardmäßig 5x5 m groß und ca. 1,3 m tief.

Trotz der vielen unterirdischen Bestandsleitungen, welche in der historischen Altstadt mit ihren schmalen Straßenquerschnitten die Möglichkeiten stark einschränken, werden in der Freisinger Innenstadt viele neue Bäume in den Straßenraum integriert. In der Unteren Hauptstraße, der Weizengasse, General-von-Nagel-Straße und Unteren Domberggasse wurden verschiedene neue Baumstandorte geschaffen. Hier wurden unter anderem Ginkgobäume, Säuleneichen, Blumeneschen sowie ein Ahorn, eine Magnolie und eine Gleditsie gepflanzt.

Im aktuellen Bauabschnitt, also der Oberen Hauptstraße, Am Wörth und in der Bahnhofstraße waren vor dem Umbau Baumpflanzungen vorhanden. Externe Begutachtungen haben ergeben, dass sich die Bäume überwiegend in einem sehr schlechten Zustand befinden und im Zuge der Neugestaltung durch Neupflanzungen ersetzt werden müssen. Als Neupflanzungen sind in diesem Bereich insgesamt 17 Bäume vorgesehen, die kleinklimatische Verbesserungen erwirken und durch die Artenauswahl sowie den Mix an den Klimawandel angepasst sind: entlang der Moosach in der Oberen Hauptstraße werden voraussichtlich Mitte November 2022 fünf Traubenkirschen ‚Tiefurt‘ gepflanzt; im Bereich am Wörth insgesamt sechs Amberbäume, bei der Einmündung der Sackgasse eine Grau-Erle und zwei Rotahorn und im Bereich der Karlwirt-Kreuzung drei Felsenbirnen.

Baumpflanzungen in der Oberen Altstadt (November 2022)

17 neue Bäume für eine klimafreundlichere Innenstadt

Mobiles Grün zur gezielten Verbesserung der Aufenthaltsqualität

Wo es aufgrund der bestehenden Spartenleitungen oder organisatorischen Gründen nicht möglich ist, Bäume in ein dauerhaftes, unterirdisches Quartier zu pflanzen, wird die Innenstadt mit mobilen Pflanzelementen begrünt. Hierzu werden entlang der gesamten Hauptstraße große Pflanzkübel aus Stahl mit einer vertikalen Holzverkleidung die bunten Wanderbäume ersetzen. Zudem werden zusätzliche Kübel positioniert und mit verschiedensten Gehölzen bepflanzt. Ergänzend ist hier vorgesehen, eine entsprechende Artenreiche Unterbepflanzung vorzunehmen. Da die mobilen Pflanzkübel keinen Erdanschluss haben, können Sie situativ eingesetzt werden, um gezielt die Aufenthaltsqualität zu verbessern und bei Veranstaltungen ohne großen Aufwand versetzt werden.

Fassadenbegrünung verbessern das Kleinklima

Auch begrünte Wände können einen Beitrag zur Lebensqualität in der Innenstadt leisten. Begrünte Fassaden heben die Lebensqualität und Biodiversität in Städten und mindern die Folgen des Klimawandels und die Folgen der dichten Verbauung.

Eine Fassadenbegrünung beeinflusst das Kleinklima positiv, da sie die Fassade beschattet, diese sich dadurch nicht so aufheizt und sie zusätzlich Wasser verdunstet. Sie besitzen somit die Funktion einer lokalen "natürlichen Klimaanlage". Dieser Effekt ist umso größer, je mehr Gebäude eines Gebietes begrünt werden. Zudem werden schädliche Luftinhaltsstoffe und Staub vom dichten Laub einer Fassadenbegrünung festgehalten. Zu Guter Letzt bieten begrünte Fassaden Lebensräume für Tiere in der Stadt.

Sowohl in den Gräben und Nebengassen gehören verschiedene Arten der Fassadenbegrünung bereits zum Stadtbild. Im Rahmen der Umsetzung der Neugestaltung der Innenstadt Freising werden wo möglich Fassadenbegrünungen umgesetzt.

Kommunales Förderprogramm

Zum Erreichen einer substanziellen Durchgrünung der Freisinger Altstadt ist auch das Mitwirken und die Initiative privater Eigentümer erforderlich. Für die Durchführung privater Baumaßnahmen im Sanierungsgebiet II Altstadt gibt es für private Bauwillige die Möglichkeit, über die Regierung von Oberbayern sowie die Stadt Freising Zuschüsse aus dem Bund-Länder-Programm "Aktive Zentren" zu erhalten. Neben bedeutenden Baudenkmälern werden insbesondere aufwertende Maßnahmen und Neuanlagen von Gärten und Vorgärten (Entsiegelung, Begrünung, Einfriedung, Rückbau von störenden Elementen) in Höfen und Freiflächen mit stadtbildprägendem Charakter gefördert.

Im Rahmen der Maßnahme „Mobiles Grün in der Innenstadt“ als Teil des Förderprogramms REACT-EU besteht die Möglichkeit, eine Förderung für Begrünungsmaßnahmen von Außengastronomie und Geschäftseingängen zu beantragen. Darunter fallen beispielsweise Begrünungselemente, Begrünungssubstrate und mehrjährige Pflanzen. Auch im privaten Bereich können solche Maßnahmen durch das kommunale Förderprogramm für die Altstadt und die Siedungserweiterungen des 18. und 19. Jahrhunderts gefördert werden.


Die Innenstadt-Neugestaltung wird im Städtebauförderungsprogramm "Aktive Zentren" mit Mitteln des Bundes und des Freistaats Bayern gefördert.

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